Azubis wissen, wie es läuft: Ausbildungsbotschafter werben für ihre Stadtverwaltung

Tourismus, IT, Bauzeichnen oder ganz klassisch „Verwaltung“ – das alles kann die Stadtverwaltung vermitteln? Wer den Schulabschluss vor sich hat und sich nach einem Ausbildungsberuf umsieht, ist häufig überrascht, wie vielfältig die Berufsbilder in der Stadtverwaltung Neuwied sind. Da kommen die Ausbildungsbotschafter ins Spiel. Junge Menschen, die selbst mitten in der Berufsausbildung stecken, erklären auf Augenhöhe, welche Möglichkeiten die Stadtverwaltung bietet. „Mal schwärmen sie dabei von ihrem eigenen Ausbildungsberuf, mal verweisen sie an Mit-Azubis, die sich für einen anderen Fachbereich entschieden haben“, erklärt die städtische Ausbildungsleiterin Patricia Bresgen. Drei dieser Azubi-Botschafter gibt es nun in Neuwied. 

Melina Manns und Robin Schneider absolvierten dieses Jahr die IHK-Schulung zum Ausbildungsbotschafter, um ihren Kollegen Max Esch bei dieser Beratungstätigkeit zu unterstützen. „Ich freue mich, dass die beiden jetzt auch Azubi-Botschafter sind. Wir lernen alle drei verschiedene Berufe, sodass wir als Team den Schülerinnen und Schülern die vielfältigen Möglichkeiten bei der Stadtverwaltung Neuwied noch besser präsentieren können“, erklärt Max Esch, der eine Ausbildung zum Fachinformatiker für Systemintegration absolviert. Melina Manns ist im zweiten Jahr ihrer Ausbildung zur Veranstaltungskauffrau, und Robin Schneider wird Verwaltungsfachangestellter. 

„Dass Sie drei in die Schulen gehen und bei Messen für Ihren Beruf und für Ihre Arbeitgeberin werben wollen, sehe ich als Kompliment an unsere gesamte Verwaltung. Wir sind darauf angewiesen, dass auch künftig junge Menschen bei uns eine Ausbildung absolvieren wollen. Dazu tragen Sie Ihren Teil bei und dafür danke ich Ihnen“, lobte Oberbürgermeister Jan Einig das Engagement der drei Auszubildenden. 

 

5 Fragen an unseren ersten Azubi-Botschafter

Ich bin Maximilian Esch, 20 Jahre alt, und komme aus Mendig. Momentan absolviere ich  bei der Stadtverwaltung meine Ausbildung zum Fachinformatiker für Systemintegration in Amt 13. In meiner Freizeit bin ich ehrenamtlich in der DLRG tätig und unterstütze das Kulturamt der VG Mendig als Veranstaltungstechniker.

Was genau ist ein Azubi-Botschafter?
Als Schüler hat man meistens unzählige Fragen, was das spätere Berufsleben und die Ausbildung angeht. Die besten Antworten auf diese Fragen können Auszubildende selbst geben. Sie kennen aus eigener Erfahrung die Herausforderungen, die sich bei der Berufswahl stellen, und können sich noch gut in ihren Entscheidungsprozess zurückversetzen. Gleichzeitig haben sie schon einige Erfahrung in Berufswahl, Bewerbung und Arbeitswelt gesammelt, die sie weitergeben können. Schülerinnen und Schüler profitieren von den Informationen aus erster Hand und erhalten authentische Unterstützung für ihre Berufswahl. Ein Azubi-Botschafter hilft Schülern, sich besser in den vorgestellten Ausbildungsberuf hineinzuversetzen und ihnen Fragen zu beantworten, die ihnen wichtig sind.

Wie sehen die Einsätze aus? 
Mitarbeiter der IHK ermitteln zunächst Schulen, welche einen Besuch von einem Azubi-Botschafter angefordert haben. Meistens sind es aber die Schulen selbst, welche auf die IHK zugehen. Die IHK ermittelt dann den nächstgelegenen Botschafter und bietet der Schule das entsprechende Berufsfeld an. Ich begleite dann die Mitarbeiter der IHK auf die vereinbarten Schultermine und stelle den Schülern meinen Ausbildungsberuf und mein Unternehmen vor. Ich versuche, ihnen alle möglichen Fragen zur Ausbildung zu beantworten, damit sie besser einschätzen können, ob sie sich in diesem Berufsbild wohlfühlen würden.

Wie viele Einsätze hattest du schon?
Tatsächlich hatte ich bis auf die Grundausbildung noch keinen Termin als Azubi-Botschafter, die ersten konkreten Anfragen gibt es jedoch bereits. Wieso hast du dich entschieden, Azubi-Botschafter zu werden? Ich habe es selbst nie solch eine Beratungsmöglichkeit erhalten, was ich sehr schade fand. Zwar gab es Ausbildungsberater von der Agentur für Arbeit, die in unsere Schule kamen, jedoch fehlte Praxiserfahrung und somit konnten sich viele meiner Mitschüler nur schwer etwas unter den ihnen vorgeschlagenen Berufsbildern vorstellen oder sich entscheiden. Letztendlich wussten einige selbst nach dem Abitur nicht, was sie nun machen sollen. Diese Ungewissheit möchte ich anderen ersparen und ihnen helfen, selbst besser entscheiden zu können, ob der Beruf für sie geeignet ist. Denn auf dem Papier ist so einiges anders als in der Praxis.

Bringt die Tätigkeit als Azubi-Botschafter spezielle Vorteile?
Keine Vorteile im üblichen Sinne. Die Tätigkeit ist rein ehrenamtlich. Ich sehe vor allem für mich den Vorteil darin, mein Wissen weitergeben zu können und damit anderen unterstützend zur Seite zu stehen.

Maximilian Esch
Melina Manns
Robin Schneider